Ein ganz besonderer Spendeort: Zum "Aderlass" auf Gut Kletkamp

05.07.2018

Susanne von Rabenau

Renata Gräfin von Brockdorff lädt zur Blutspende in einem einzigartigen Ambiente.

Rund 1600 mobile Blutspendetermine führt der DRK-Blutspendedienst in Schleswig-Holstein pro Jahr durch, um die Patientenversorgung mit Blutpräparaten im Norden jederzeit sicherzustellen. Die mobilen Entnahmeteams sind landesweit an jedem Werktag unterwegs. Meist werden die Klassenräume in alten Dorfschulen, Turnhallen oder Feuerwehrgerätehäuser für einen Nachmittag zur DRK-Blutspendezentrale umgebaut.

Im Kreis Plön am Rande der idyllischen holsteinischen Schweiz wird Blutspendern drei Mal im Jahr ein ganz anderes Ambiente für ihren „Aderlass“ geboten. Wer sich dem Blutspendelokal im ehemaligen Reitstall des Gutes Kletkamp nähert, fühlt sich wie im Märchen: Das alte Torhaus aus dem Jahr 1775 gibt bei der Durchfahrt den Blick frei auf das älteste Herrenhaus Schleswig-Holsteins. Der Kern des Gebäudes stammt aus dem Jahr 1547.

Im ehemaligen Reitstall rechts neben dem imposanten Herrenhaus empfängt Hausherrin Renata Gräfin von Brockdorff an den Spendenachmittagen Blutspenderinnen und –spender. Mit viel Herzblut und persönlichem Engagement unterstützt sie die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes in all ihrer Vielfalt. Damit setzt sie eine Familientradition fort, denn bereits ihre Schwiegermutter, Ursula Gräfin von Brockdorff, war nicht nur DRK-Ortsvorsitzende in ihrer Heimatgemeinde Kletkamp. Die spätere Sozialministerin des Landes Schleswig-Holstein (1983-1988) war unter anderem Präsidiumsmitglied des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein e.V.

Über viele Jahre bis einschließlich 2008 fanden die Blutspendetermine noch direkt im Herrenhaus statt. Gut Kletkamp ist seit 400 Jahren im Familienbesitz des altholsteinischen Adelsgeschlechts der Brockdorffs. Die Familie bewohnt das Herrenhaus nach einer fünfjährigen Sanierungsphase erst seit 2004 wieder. Die Gräfin selbst steht seit rund zehn Jahren dem DRK-Ortsverein Kletkamp vor. Die Blutspendetermine liegen ihr am Herzen. Mit 12 ehrenamtlichen Helferinnen des Ortsvereins, die in zwei Schichten eingeteilt sind, organisiert sie die Spenderbetreuung und –bewirtung von durchschnittlich 50 Spendern pro Blutspendenachmittag. „Fast alle Spender auf Gut Kletkamp sind Stammspender, die regelmäßig kommen und sich auch nach der Blutspende Zeit zum Klönen nehmen“, erklärt die Gräfin. „Facebook live“ nennt sie den wichtigen gesellschaftlichen Aspekt eines Blutspendetermins.

Auf Gut Kletkamp fühlen sich Blutspender aber sicherlich erst einmal in eine Zeit lange vor „Social Media“ versetzt – Träumen von Prinzen und Prinzessinnen auf weißen Pferden inklusive!

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